Freitag, 25. Januar 2013

Am 15. Februar ist der Weltuntergang – fast!

Wenn Sie am Freitag in drei Wochen gegen 20 Uhr nichts Spezielles vorhaben, dann schauen Sie in den Himmel und sagen erleichtert „puh!“.Zu dieser Zeit wird nämlich nach NASA-Berechnungen der Asteroid 2012 DA 14 die sonnenabgewandte Seite der Erde passieren – in einer Entfernung von weniger als 20.000 Meilen (rund 32.000 Kilometer). Über dreißigtausend Kilometer entfernt, das hört sich nach weit weg an, aber nach kosmischen Maßstäben ist das fast schon ein Volltreffer. Zum Vergleich: Die Distanz zwischen Erde und Mond beträgt rund 384.400 km – und Satelliten in einer geostationären Umlaufbahn umkreisen unseren Heimatplaneten in etwa 35.000 Kilometer Höhe. Es besteht also zumindest die theoretische Möglichkeit, dass 2012 DA 14 zum Beispiel mit einem Kommunikations-Satelliten kollidiert. Das würde dann einen Schaden von ein paar hundert Millionen Euro verursachen – und die jetzt schon bedenklich hohe Menge an Weltraumschrott in Erdnähe erhöhen. Die Chancen stehen aber gut, dass der Asteroid keinen der Satelliten trifft, die dort oben zwar zu Dutzenden herumfliegen, aber nicht zu Zehntausenden.

Dies alles gilt natürlich nur, wenn sich die NASA nicht verrechnet hat. Und wenn doch? Nun, das wäre – vorsichtig gesagt – nicht so schön, denn 2012 DA 14 hat einen Durchmesser von rund 40 Meter und wiegt schätzungsweise 130.000 Tonnen, das ist mehr als das Doppelte des Gewichtes eines Kreuzfahrtschiffes von der Größe der vor der Küste Italiens havarierten „Costa Concordia“. Derzeit schießt der Asteroid mit 6,3 Kilometer pro Sekunde (rund 23.000 km/h) durchs All. Träfe er auf die Erde, würde die Atmosphäre ihn wohl nicht davon abhalten. Der Aufprall auf die Erdoberfläche würde einer Atombombenexplosion mit der Wucht von 2,5 Megatonnen entsprechen – knapp das 200-fache der Wucht von „Little Boy“, der Hiroshima-Bombe. Das ist dann schon recht apokalyptisch.

Hoffen wir also, dass sich die NASA nicht verrechnet hat. Und für alle Fälle sollte man sich am Abend des 15. Februar 2013 eine besonders gute Flasche Wein gönnen – falls doch…

Donnerstag, 24. Januar 2013

Schreiben, wo nie ein Mensch geschrieben hat

Machen Sie einen Test: Heften Sie ein Stück Papier an eine Wand, nehmen Sie einen handelsüblichen Kugelschreiber und schreiben Sie damit. Nach wenigen Wörtern geht dem Kuli die Tinte aus. Grund: Die Schwerkraft lässt die Tinte in der Kugelschreibermine nach hinten laufen.

Über Kopf oder gar in der Schwerelosigkeit des Weltalls funktionieren herkömmliche Kugelschreiber, Füllfederhalter, ja sogar Filzstifte nicht, denn es fehlt die Schwerkraft, die die Tinte in die Spitze des Schreibgerätes drückt. Doch womit sollen Astronauten Notizen machen? In den 1960er Jahren entwickelte Paul C. Fisher aus dem US-Bundesstaat Nevada einen neuartigen Kugelschreiber. Die Mine bestand aus einer luftdichten und druckfesten Kartusche, in der ein Stickstoffpolster die Tinte auf eine Kugelschreiberkugel aus Wolframkarbid drückte.   1965 meldete Fisher sein neuartiges Schreibgerät zurm Patent an. Der Fisher AG-7 wurde das Standard-Schreibgeräte der Apollo-Astronauten: der Space Pen. Es wird immer wieder behauptet, die NASA habe viel Geld für die Entwicklung des Space Pen ausgegeben, doch 2006 bekannt gewordene Dokumente belegen das Gegenteil. Fisher selbst hatte rund eine Million US-Dollar (in den 60ern eine gewaltige Summe) in die Entwicklung eines Kugelschribers gesteckt, der unter widrigsten Umständen schreiben sollte. Dabei hatte er eine Anwendung im Apollo-Programm noch gar nicht im Sinn. Erst später bot Fisher seinen neuen Stift der NASA an, die ihn zwei Jahre lang testete. Schließlich verkaufte Fisher der NASA 400 AG-7 mit 40 Prozent Rabatt - und spekulierte auf den immensen Image-Gewinn durch die Verwendung im Apollo-Programm.

Ein Fisher AG-7 funktioniert in der Schwerelosigkeit, im Vakuum und unter Wasser. Er schreibt bei -40 Grad ebenso wie bei +140 Grad. Die Füllung einer Mine hält bei normaler Benutzung ein Leben lang und kann einen Strich von bis zu 50 Kilometer Länge ziehen. Die NASA setzte den AG-7 seit Apollo 7 in jeder Apollo-Mission als Equipment für die Astronauten ein. Ein Space Pen soll angeblich die Apollo 11 Mission unter Neil Armstrong gerettet haben. Im Landeanflug brach ein Schalter für die Steuerung der Landefähre ab. Armstrong improvisierte, indem er einen Kugelschreiber in den defekten Schalter steckte.

Während Fisher eine Million in die Entwicklung eines weltraumtauglichen Kugelschreibers investierte und die NASA diesen zwei Jahre testete, machten die sowjetischen Kosmonauten ihre Notizen - mit gewöhnlichen Bleistiften! Für die NASA kamen Stifte mit Graphit-Mine jedoch aus Sicherheitsgründen nicht in Frage. Ihre Apollo-Kapseln waren mit einer Atmosphäre aus nahezu reinem Sauerstoff gefüllt, während die Kosmonauten in den Sojus-Kapseln in einem Gasgemisch lebten, das mit 78 Prozent Stickstoff und 21 Prozent Sauerstoff etwa der normalen Atemluft entspracht. Und eine Graphit-Mine, die in normaler Luft völlig ungefährlich ist, kann in reinem Sauerstoff lichterloh brennen. Allerdings hatten die Bleistifte der Russen noch einen anderen Nachteil: Sie erzeugten beim Schreiben Graphit-Staub, der im Raumschiff umherschwebte und die Atemluft verunreinigte. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs soll auch die russische Raumfahrtbehörde RosKosmos druckdichte Fisher Space Pen beschafft haben.

 Fisher stellt den AG-7 bis heute her. Der Space Pen kostet in der Grundausstattung rund 40 Euro, für spezielle Astronauten-Ausführungen mit Gravur werden auch schon mal 120 Euro aufgerufen.


Dienstag, 22. Januar 2013

Kindle-Buch lesen - ohne Kindle?

"Red Bullet" ist derzeit nur als eBook erhältlich. Das hat vor allem technische Gründe. Als Taschenbuch hätte der Roman einen Umfang von deutlich über 500 Seiten - zu viel für eine Verbreitung als Book-on-Demand. Ich habe mich für die Veröffentlichung bei Amazon entschieden. Das Kindle Digital Publishing Programm macht es Autoren leicht, ihr Buch ihren Lesern in digitaler Form anzubieten. Und der Amazon Kindle ist der meist verbreitete eBook-Reader auf dem Markt. Stellt sich die Frage: Wie lässt sich ein Kindle eBook wie Red Bullet lesen, wenn man keinen Kindle eBook-Reader hat?

Amazon hat auch daran gedacht und stellt für die verschiedensten Computersysteme kostenlose Software zur Verfügung, um Kindle eBooks auf ihnen zu lesen. Hier ein Überblick über die Möglichkeiten:

Windows-PC: Kindle für PC ist für Windows XP, Windows Vista und Windows 7 verfügbar. Ganz neu ist eine Version für Windows 8. Das Programm erlaubt die Suche, das Anlegen von Lesezeichen und das Hinzufügen von Kommentaren zum Buch. Eine Besonderheit der Software: Liest man ein Kindle-eBook mit ihr, merkt sie sich automatisch die Seite, bis zu der man gelesen hat. Öffnet man das Buch mit einem anderen Kindle-Reader oder -Leseprogramm, wird automatisch diese Seite aufgeschlagen. Wie beim Kindle eBook-Reader kann man mit der Software die Schriftgröße und den Bildschirmhintergrund festlegen.

Apple Macintosh: Das Kindle-Leseprogramm für Apple-Computer entspricht in seinen Funktionen der PC-Variante. Es läuft auf MacOS X 10.2 oder höher.

Smartphones: Amazon bietet sowohl für iOS (iPhone und iPod Touch) als auch für Android kostenlose Kindle-Apps an. Die iOS-Variante kann man sich im iTunes App-Store herunterladen (oder im Store nach "Kindle" suchen), die Android-Variante findet man auf Google Play, wenn man nach "Kindle" sucht. Besonderst interessant an diesen Apps ist die Synchronisations-Funktion. So kann man sein Buch abends auf dem Notebook auf dem Sofa lesen, und morgens in der U-Bahn oder beim Arzt geht es auf dem Smartphone weiter. Übrigens: Ein Buch wie "Red Bullet" ist als Kindle-Datei knapp 1 MB groß, ungefähr ein Fünftel der Größe eines einzigen MP3-Songs. Man muss also keine Sorgen haben, dass Bücher den Speicher eines Smartphones über Gebühr verstopfen.

Tablets: Amazon bietet auch für iPads, für Android-Tablets wie das Google Nexus 7 und für die brandneuen Windows 8 Tablets Kindle Reader Software an. Für das Android-Tablet Kindle Fire muss man sich keine Reader-Software besorgen, sie wird beim Gerät mitgeliefert. Für andere Android-Tablets wird man fündig, wenn man auf Google Play nach "Kindle" sucht. Tablets wie das iPad kommen im Lese-Erlebnis einem Kindle eBook-Reader am nächsten. In ihrer Funktionalität entsprechen sie den anderen Plattformen.

Linux-Computer: Amazon hat eine Browser-App namens Kindle Cloud Reader veröffentlicht, die mit Google Chrome und Mozilla Firefox funktioniert. Die Installation ist simpel: Einfach die URL https://read.amazon.com/ ansurfen und den Anweisungen folgen. Der Cloud Reader funktioniert auf allen Computern, die Firefox- oder Chrome-Browser fahren können, also auch auf Linux oder auf Chrome OS. Außerdem werden die Bücher - wie auf den anderen Plattformen auch - lokal auf dem Computer gespeichert, man benötigt also keine Internet-Verbindung zum Lesen.

Kindle-Bücher auf anderen eBook-Readern lesen: Viele andere eBook-Reader, zum Beispiel von Trekstor, von Sony oder von Kobo, können eBooks im ePub-Format lesen. Mit Calibre steht eine Open Source Software zur Verfügung, mit der man Kindle eBooks in das ePub-Format konvertieren kann. Calibre ist kostenlos, aber die Macher freuen sich über Spenden. Das Programm erkennt die meisten eBook-Reader auf dem Markt und erlaubt das direkte Überspielen einer ePub-Datei auf den Reader.

Dienstag, 15. Januar 2013

Der Mond aus zehn Kilometer Höhe

Kurz vor ihrer geplanten Bruchlandung auf dem Mond lieferte die Mondsonde "Ebb" aus dem GRAIL-Programm beeindruckende Filmaufnahmen von einem Zehn-Kilometer-Überflug über die Mondoberfläche.


Ein so niedriger Orbit um den Mond gilt als eine extrem ambitionierte Leistung - vor allem, wenn das Raumfahrzeug anschließend die Mondumlaufbahn wieder verlassen soll.

Sonntag, 13. Januar 2013

Einzelstück

"Red Bullet" ist seit dem 5. Januar als Amazon Kindle eBook auf dem Markt. Von der endgültigen Variante exisitiert seit Freitag auch ein gedrucktes Exemplar. Es hat 430 Seiten und bliebt vorerst ein Einzelstück - ein Geburtstagsgeschenk für meinen Schwiegervater.